Das Boxjahr 2014 ist vorüber. Im Guten wie im Schlechten waren viele Ereignisse zu verzeichnen, die sowohl Fans als auch Beteiligten im Gedächtnis bleiben werden. Wie auch andere Box-Magazine wollen auch wir die Highlights des Jahres auszeichnen. Dies ist, wie bei Uwe Betker, Dan Rafael, HBO oder Boxingscene natürlich rein subjektiv. Obwohl… Warum eigentlich? 😉
Kampf des Jahres: Wie üblich fand dieser außerhalb Deutschlands statt. Kandidaten gibt es viele. Das Jahr 2014 war sicherlich ein starkes, in dessen Verlauf eine Vielzahl an dramatischen Kämpfen zu sehen war. Ich für meinen Teil schwankte stark zwischen Daniel Rosas vs. Rodrigo Guerrero, Monty Meza Clay vs. Alan Herrera und Travis Dickinson vs. Matty Clarkson. Letztendlich machte letzterer das Rennen. Dickinson und Clarkson zeigten in ihrer mit 6 Niederschlägen angereicherten Ringschlacht zwar eher mäßige Technik, dafür aber ein Maximum an Herzblut und Willen. Der Beweis, dass nicht die besten Zutaten nötig sind, damit etwas brauchbares herauskommt.
https://www.youtube.com/watch?v=YgoacL0AKd4
Boxer des Jahres: Man kommt bei diesem Punkt wohl kaum an Naoya Inoue vorbei. Der Japaner hat erst 8 Kämpfe bestritten, eroberte 2014 aber bereits WM Titel in zwei Gewichtsklassen. Vor wenigen Tagen zerstörte er die bisherige Nr.1 im Superfliegengewicht, Omar Narvaez, innerhalb von zwei Runden. Wenn man bedenkt, dass Inoue erst 21 ist und noch keine 10 Profikämpfe bestritt, kann man nur beeindruckt sein.
Boxerin des Jahres: Bei den Profis ist das eindeutig Cecilia Braekhus. An ihr kommt man wahrlich nicht vorbei. Vier dominante Siege über zum Teil sehr starke Gegnerinnen zeigen eindeutig, warum die Norwegerin von vielen als P4P Nr.1 anerkannt wird.
KO des Jahres: Natürlich dürfen unsere Leser über diesen Punkt noch abstimmen. Meine persönliche Wahl fällt auf Carl Froch vs. George Groves II. Die Kombination aus einem schönen Treffer, der Rivalität der Kontrahenten und der packenden Atmosphäre eines vollen Wembley-Stadions reißen es einfach heraus.
Trainer des Jahres: Der Japaner Shingo Inoue hat nicht nur seinen oben genannten Sohn Naoya zum WM in zwei Gewichtsklassen gemacht, sondern auch seinen zweiten Sohn Takuma in Position für dessen erste Titelchance gebracht. Der hat übrigens auch erst vier Kämpfe.
Absteiger des Jahres: Für Andre Ward lief das Jahr 2014 sehr schleppend. Der Supermittelgewichtler stieg nämlich gar nicht erst in den Ring. Böse Zungen munkeln, dass der US Amerikaner seinen Marktwert überschätzt und jede Verhandlung in den Sand setzt. Selbst der Tod von Promoter Dan Goosen änderte nichts daran. Auch dessen Nachfolger kommen mit Ward nicht voran…
Fehlurteil des Jahres: Leider war auch das Jahr 2014 mit einigen zweifelhaften Entscheidungen verbunden. Kein Wunder, dass Teddy Atlas unlängst um US-TV über die unfähigen Punktrichter herzog. Für mich war das schwächste Urteil bei der Frauen DM in Weissenburg zu finden, als Nina Meinke gegen Tasheena Bugar um den verdienten Sieg gebracht wurde. Zum Glück reagierte der DBV sportlich und ermöglichte der Berlinerin trotzdem eine WM Teilnahme.
Rätsel des Jahres: Noch immer schweben viele Fragezeichen über dem WM Kampf zwischen Raja Amasheh und der Französin Amira Hamazaoui. Letztere war nach Punkten siegreich, wurde aber nach Protest der Geschlagenen wieder um ihre Titel erleichtert. Fehlurteil oder schlechte Verliererin? Man weiß es bis heute nicht, weil das Kampfvideo bisher nicht den Weg in die Öffentlichkeit fand.