Eine recht starke Woche, die vor allem mit der Sauerland-Card in Kiel sowie mit den russischen Cruisergewichts-Kämpfen von Lebedev und Drozd überzeugt. Highlight dürfte aber der Kampf zwischen Artur Beterbiev und Ex-Weltmeister Tavoris Cloud sein.
Damir Beljo, 17(14)-0-0 vs. Alejandro Berrio, 36(31)-6(6)-0 (Eurosport)
Cruisergewicht: Der ehemalige Supermittelgewicht-Weltmeister Berrio, der immerhin einen KO Sieg über Robert Stieglitz im Rekord hat, wagt sich auf seine alten Tage ins Cruisergewicht hoch. Dort hofft er, gegen den aufstrebenden Damir Beljo noch einmal abräumen zu können, ehe das Karriereende naht. Da Beljo ein recht offensiver Pressure-Fighter ist und durchaus Lücken anbietet, könnte dieses Duell sehr spannend und dramatisch ausfallen. Denn wenn Berrio eines kann, dann ist es hauen.
Roy Jones Jr, 58(41)-8(4)-0 vs. Hany Atiyo, 14(10)-2(2)-0
Cruisergewicht: Auch Roy Jones ist noch aktiv. Am Freitag wird er im russischen Krasnodar auf den Ägypter Hany Atiyo treffen. Dieser ist technisch arg limitiert, kann aber zumindest ein bisschen hauen. Alles andere als ein klarer Sieg für Jones, der offenbar noch einmal risikofrei abkassieren will, wäre trotz seinem fortgeschrittenen Alter mehr als überraschend. Es steht übrigens der WBU Titel auf dem Spiel.
Anselmo Moreno, 35(12)-2(0)-1 vs. Juan Carlos Payano, 15(8)-0-0 (Foxsports 1)
Bantamgewicht: Der Super-Titel der WBA befindet sich aktuell in den Händen von Anselmo Moreno. Nun möchte der Weltmeister aus Panama seinen Titel live im US-Fernsehen verteidigen. Sein Gegner ist der unbesiegte, aber auch ungetestete Juan Carlos Payano aus der Dominikanischen Republik. Man darf gespannt sein, als welches Kaliber sich der Herausforderer präsentieren wird.
Charles Hatley, 23(16)-1(1)-1 vs. Joachim Alcine, 35(21)-7(4)-2 (Foxsports 1)
Halbmittelgewicht: Alcine hatte mit seinem Punktsieg über David Lemieux noch einen kurzen zweiten Frühling. Zuletzt trotzte er Delvin Rodriguez immerhin ein Unentschieden ab. Dennoch ist der Ex-Weltmeister zweifellos zum Gatekeeper verkommen und darf sich dieses Mal mit dem US-Amerikaner Hatley befassen. Dieser ist recht schlagstark, verfügt aber über eine auf sehr mäßigen Reflexen basierende Verteidigung, welche schon gegen Lanardo Tyner zum schnellen Abschuss führte. Dementsprechend könnte das Duell spannender werden, als es die Kampfrekorde andeuten.
Tavoris Cloud, 24(19)-2(1)-0 vs. Artur Beterbiev, 4(4)-0-0
Halbschwergewicht: Wenn Jemand in seinem 4. Profikampf einen Ex-Weltmeister boxt, dessen Regentschaft noch nicht allzu lange her ist, dann zeugt dies von Selbstvertrauen. Und das hat Beterbiev zweifellos. Amateur-WM, Olympia-Bronze und Chemiepokal-Gewinn sprechen für sich. Der Russe kann nicht nur enorm hauen, sondern auch richtig boxen. Ein gefährliches Paket, welches ihn bei den Buchmachern sogar zum Favoriten macht. Man darf gespannt sein, ob der riskante Plan aufgeht, oder ob Cloud die Coming-Out Party sprengt.
Dierry Jean, 26(18)-1(0)-0 vs. Daniel Ruiz, 32(22)-7(3)-2
Leichtgewicht: Daniel Ruiz konnte in einem seiner letzten Kämpfe das Golden-Boy Talent Jamie Cavanagh durch TKO bezwingen. Ansonsten zog der Mexikaner meist den Kürzeren, wenn er auch namhafte Gegner traf. Mit seiner Kombination aus Power und Erfahrung sollte man Ruiz dennoch nicht unterschätzen. Für Dierry Jean, der aus seiner ersten Niederlage kommt, heißt es nun erst einmal: Zurück auf die Siegerstraße und die Fehler beheben. Ein durchaus interessantes Duell.
Arthur Abraham, 40(28)-4(1)-0 vs. Paul Smith, 35(20)-3(2)-0 (ARD)
Supermittelgewicht: Arthur Abraham bekommt nach seiner müden Vorstellung gegen Sjekloka einen gar nicht mal so schlechten Herausforderer. Smith verlor vor einigen Jahren vorzeitig gegen James DeGale und George Groves, konnte danach aber eine solide, wenn auch nicht überragende Siegesserie hinlegen. Die Waffen des Briten sind Aktivität und Kondition. Daher wird er Abraham zu Beginn wohl durch reines Trommeln auf die Deckung Runden abnehmen können. Die Frage wird sein, ob Smiths Beinarbeit bis zum Schluss hält. Ist dies der Fall, könnte uns ein durchaus interessantes Gefecht ins Haus stehen.
Vincent Feigenbutz, 15(14)-1(1)-0 vs. Guram Natsulishvili, 8(6)-1(1)-0 (ARD)
Halbschwergewicht: Nach diversen Gerüchten bekommt Feigenbutz nun einen recht unbekannten Gegner. Das bedeutet aber nicht, dass dieser nichts kann. Natsulishvili knockte zuletzt Moritz Stahl aus, indem er ihm einen harten Körpertreffer verpasste. Insofern wird er durchaus mit Ambitionen auf den Sieg nach Kiel reisen. Ein interessantes Duell zwischen aufstrebenden Punchern – Das ist doch eine schöne Sache und macht für Feigenbutz wohl auch mehr Sinn, als die angedachten Risiko-Fights mit Stieglitz und Zuniga.
Krzycztof Wlodarczyk, 49(35)-2(0)-1 vs. Grigory Drozd, 38(27)-1(1)-0 (Integreted Sports Media)
Cruisergewicht: Nachdem Wlodarczyk in den letzten Jahren mehrfach im Ausland antrat und stets siegte, ist dieser Kampf nichts besonderes für ihn. Sein letzter Ausflug nach Russland endete mit einem TKO Sieg über Rakhim Chakhkiev. Dieses Mal steht ihm mit Drozd ein alter Recke gegenüber, der vor Jahren einmal gegen Firat Arslan verlor, sich in den letzten Kämpfen aber wieder nach oben gearbeitet hat. U.a. mit einem Sieg über Mateusz Masternak, der nicht zu verachten ist.
Denis Lebedev, 25(19)-2(1)-0 vs. Pawel Kolodziej, 33(18)-0-0 (Integreted Sports Media)
Cruisergewicht: Nachdem Lebedev seinen WBA Titel am grünen Tisch zurück erhielt, tritt er endlich zur ersten Titelverteidigung an. Es wird sein erster Kampf seit der brutalen Schlacht mit Guillermo Jones im Jahr 2013 werden. Mit dem unbesiegten Polen Kolodiej steht Lebedev ein solider Allrounder gegenüber, dessen Gegnerschaft bisher recht überschaubar war. Was Kolodziej wirklich kann, wird man erst wissen, wenn der Kampf seinen Lauf nimmt.