Das Rematch zwischen Braekhus und Mathis konnte für die Französin kaum schlechter ausgehen. Nach einer verhaltenen ersten Runde schien Mathis in Runde 2 endlich wach zu werden, Aber das war ein Trugschluss. Mathis kassierte bei schlechter Deckung einen Kopftreffer. In einem weiteren Moment von Unaufmerksamkeit, den man nur als „Blackout“ bezeichnen kann, stand Mathis offen und wehrlos da. Diese Situation nutzte Braekhus um Mathis den Rest zu geben. Sie drehte sich weg, hing schon fast mit dem Oberkörper über den Seilen und kassierte weitere Schläge. Ringrichter Frank Michael Maass hatte genug gesehen und beendete den Kampf bereits in der Mitte der 2. Runde.

Will man diesen Kampf unter kritischen Gesichtspunkten sehen, kann man behaupten, Mathis ist nur noch einmal zurück ins Boxgeschäft gekommen um in Oslo gegen Braekhus vor deren Publikum die starke Gegnerin zu spielen. Für die norwegische 5-fach Weltmeisterin war dieser Sieg ein Triumph. Sie jubelte überschwenglich und wurde von der anwesenden „Prominenz“ wie Wladimir Klitschko und BDB-Chef Thomas Pütz beglückwünscht.
Was von diesem Kampf bleibt ist neben aller Euphorie für den Braekhus-Sieg das Wissen, dass eine hoch motivierte und gut trainierte Anne Sophie Mathis nicht so abzufertigen ist, wie dieses blonde Schulmädchen, das Braekhus gestern in Oslo gegenüber stand. Man kann Anne Sophie Mathis nur wünschen, dass sie jetzt tatsächlich die Handschuhe an den Nagel hängt, weil sie sonst ihren bisherigen guten Ruf als Boxerin selbst zerstört.
Hier der Kampf: (Klick)