Boxtempel Berlin: Maess schlägt Shauri / Rocky-Talente mit schnellen KOs

von | 12. Dez. 2015 | Profiboxen

Zuletzt aktualisiert am 14. Dezember 2015 von Klaus Frevert

Robert Maess vs Ramadhani Shauri

Am Freitagabend fand im Boxtempel Berlin eine Kleinring-Veranstaltung statt, in deren Rahmen Robert Maess seinen GBC Titel im Halbmittelgewicht mit einem klaren Punktsieg über Ramadhani Shauri verteidigen konnte. Zudem gab es auf der Undercard eine Reihe von Talenten, welche größtenteils aus dem Boxstall von Graciano Rocchigiani stammten.

Den Anfang machte Halbschwergewichtler Jamny Kumande. Der Kongolese, der inzwischen in Berlin lebt, verrichtete auch in seinem dritten Profikampf Kurzarbeit. Gegen den tapferen Journeyman Cemal Gülsen hatte Kumande keinerlei Probleme und landete bereits nach nur zehn Sekunden einen harten Treffer, welcher Gülsen auf den Ringboden beförderte. Daraufhin blieb der angeschlagene Kämpfer unten und ließ sich auszählen. Somit konnte Jamny Kumande einmal mehr seine Schlagkraft demonstrieren und machte noch einmal deutlich, dass man ihn in Zukunft auf dem Zettel haben sollte.

https://youtu.be/EH3vBDuvAsc

Anschließend stiegen die Halbmittelgewichtler Mazen Girke und Bilal Messoudi in den Ring. Während Girke bereits über viele Jahre Profi-Erfahrung verfügte, bestritt der Kölner Messoudi seinen ersten Fight. Es entwickelte sich ein hartes Gefecht, in dem beide Boxer ihre Momente hatten. Im Endeffekt konnte sich keiner der Kämpfer klar absetzen, sodass nach 4 Runden ein gerechtes Unentschieden zu vermelden war.

Danach waren die Frauen dran. Plamena Dimova traf im Superfliegengewicht auf Jekaterina Lecko. Wie bereits bei ihrem ersten Kampf erwies sich Dimova als sehr aggressive Boxerin und konnte Lecko nach kurzer Gegenwehr in die Ecke treiben. Dort entfesselte Dimova einen brutalen Schlaghagel, welcher den Ringrichter bereits weit vor Ende der 1. Runde zum Einschreiten veranlasste. Somit bleibt Dimova unbesiegt und hat nun zwei Erstrunden-TKOs im Rekord stehen.

Lokalmatador Matti Schaffran boxte anschließend in einem Supermittelgewichts-Kampf gegen Jeremy Stacy Benz. Schaffran, der selber im Boxtempel trainiert, lieferte sich mit Benz eine hübsche Keilerei, welche nicht an Härte und klaren Treffern sparte. Beide Kämpfer hatten ihre Momente, wobei Schaffrans Aktionen leicht Wirkungsvoller erschienen. Dies sicherte ihm am Ende einen knappen Punktsieg.

Nach einer kurzen Pause trafen Aleksi Hristov und der kurzfristig eingesprungene Mohamed Boulahya aufeinander. Die Supermittelgewichtler hatten einen recht einseitigen Kampf vor sich, in dessen Verlauf Hristov deutlich überlegen war. Boulahya erwies sich allerdings als knallhart und beherzt. Der Kölner steckte unheimlich viel ein und landete trotzdem noch den einen oder anderen Konter. So kam es, dass sich Hristov mit einem Punktsieg begnügen musste, der aber letztendlich deutlich ausfiel.

Anschließend kam es zu einem weiteren Supermittelgewichtskampf, in dem die Zuschauer eine kleine Überraschung erlebten. Der erfahrene Omar Jatta bekam es mit dem unbesiegten, mit nur Zwei Kämpfen aber auch sehr unerfahrenen Roman Hardock zu tun. Jatta, der bereits mehrere Titelkämpfe hinter sich hat, sah auf dem Papier wie der Favorit aus, wurde aber rasch vor Probleme gestellt. Es war ein Duell, welches zeitweise hin und her ging, in dessen Verlauf sich Hardocks höhere Aktivität aber immer mehr als entscheidender Faktor herauskristallisierte. Am Ende siegte Roman Hardock nach Punkten und konnte sich als ernsthaftes Talent etablieren, welches man im Auge behalten sollte.

Mittelgewichtler Vincenco Gualteri bekam es anschließend mit dem debütierenden Griechen Alexandros Filippedes zu tun. Es entwickelte sich ein sehr enger Kampf, in dem der technisch starke Italiener in Diensten von Graciano Rocchigiani härter arbeiten musste, als erwartet. Filippedes verkaufte sich nämlich teuer und schaffte es im Verlauf des Kampfes immer wieder, klare Treffer zu landen. Letztendlich mangelte es ihm aber an der nötigen Erfahrung, sodass sich Gualteris bessere Technik nach und nach durchsetzte. Der Italiener erkannte die entscheidenden Lücken, setzte die besseren Treffer und siegte am Ende knapp, aber verdient nach Punkten.

Im sportlichen Hauptkampf des Abends verteidigte Robert Maess seinen GBC Titel im Halbmittelgewicht gegen den aus Tansania angereisten Ramadhani Shauri. Nach starkem Beginn von Maess, der die erste Kampfhälfte mit den besseren Aktionen im Infight bestimmte, schaffte es Shauri in den Runden 7 und 8, einige Momente für sich zu verbuchen, in denen er Maess hart traf. Dieser war aber nie in wirklichen Problemen, stellte sich schnell auf den stärker werdenden Gegner ein und bekam das Gefecht zum Ende hin wieder in den Griff. Nach einer harten, aber deutlichen Schlussphase konnte sich Maess den Punktsieg sichern und musste somit erstmals in seiner Karriere über die Runden.

Als letztes bestritt Boxtempel-Lokalmatador Lukas Paszkowsky einen Aufbaukampf gegen Ismael Altintas. Es war ein durchaus ansehnliches Gefecht, in dem sich Paszkowsky dank der klaren Treffer immer mehr absetzen konnte. Unterstützt von seinen zahlreich erschienenen Fans konnte das Berliner Talent einen Großteil der Runden für sich entscheiden und am Ende den Punktsieg einstreichen.

Graciano RocchigianiUnter den zahlreichen Zuschauern befanden sich u.a. Rico Müller, Zapir Rasulov und Jennifer Retzke. Rasulov soll übrigens im kommenden Jahr um einen WBA Titel boxen. Welcher genau, ist aktuell unklar, da es bereits einen regulären und einen Interims-WM gibt. Des weiteren war aus dem Lager von Graciano Rocchigiani zu hören, dass man nun eine neue Website am Start hätte, auf der sich neben Infos zum anstehenden Box-Casting auch ein Online-Shop (hauptstadtboxer.com) befindet, mit dessen Hilfe die Talente finanziert werden sollen.

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