Das Schwergewicht bei den Frauen liegt schon seit jeher im Argen. In diesem Herbst scheint nun wieder einmal etwas in Bewegung zu kommen. Zumindest machen einige der altbekannten Schwergewichtlerinnen von sich reden, indem sie um Titel kämpfen. Neue Talente sind leider nicht in Sicht.

Im Moment löst ein WM-Kampf den anderen ab. Am 6. November ging es in Australien um den vakanten WIBA-Titel zwischen der 47-jährigen Kathy Rivers und und der 42-jährigen Lisa Marie Vizaniari. Die Australierin Vizaniari gewann diesen Kampf durch TKO 10 und führt seit dem das BoxRec-Ranking im Schwergewicht an.

Am 8. November kämpften dann die 44-jährige Martha Salazar und und die 37-jährige Tanzee Daniel um den vakanten Titel des Verbandes WBC. Salazar erfüllte sich dabei einen lang gehegten Traum und wurde durch einen glatten Punktsieg (3x 100:90) endlich Weltmeisterin.

Am 6. Dezember kämpfen die beiden Schwergewichte Sonya Lamonakis (40/USA) und Carlette Ewall (43/USA) bei einer Veranstaltung auf der Insel Sint Marteen gegeneinander um den vakanten IBO-Titel. Damit haben sie zwar einen recht abgelegenen Austragungsort gewählt, doch scheinen dort 2 neue Promoter tätig zu sein, die sich des Boxsports annehmen wollen. Neben diesem WM-Kampf haben sie noch einen 2 Hauptkampf zu bieten. Dabei geht es um den IBF-Inter-Continental im Bantamgewicht der Männer. Dazu kommen dann noch 5 weitere Kämpfe, die das Programm abrunden.

So exotisch der Veranstaltungsort, so selten sind auch Frauenkämpfe im Schwergewicht. Gerade in der höchsten Gewichtsklasse ist noch sehr viel Luft nach oben. Es fehlt einfach an Frauen, die sich mit diesem Gewicht etwas zutrauen. Hinzu kommt, dass im Gegensatz zu den Männern, bei den Frauen im Schwergewicht einfach die Attraktivität fehlt. Das sowohl seitens der gebotenen Leistungen, aber auch der Anreize, sich als „gewichtige“ Frau in den Ring zu stellen. Während es bei Weltmeisterschaften der Männer um Millionen-Börsen geht, müssen Frauen froh sein, wenn sie überhaupt einen Promoter finden, der ihre Kämpfe veranstaltet. Besserung in beiderlei Hinsicht ist leider zumindest im Schwergewicht der Frauen mangels geeigneter Boxerinnen noch nicht erkennbar.