Der Kampfrekord von Luis Resto, 20(8)-8-2 sieht nicht unbedingt aus, als wäre er besonders erwähnenswert. Der US-Amerikaner Puerto Ricanischer Herkunft erlangte aber trotzdem zweifelhafte Berühmtheit. Es war einer der fatalsten, unsportlichsten Vorfälle in der Geschichte des Boxsports, welcher sich am 16. Juni 1983 ereignete. Resto bekam einen Kampf im Fernsehen, in dem er als Steigbügel für den aufstrebenden Billy Collins Jr. dienen sollte. Doch der Mexikaner und sein Team hatten andere Pläne.

Luis Resto wurde am 11. Juni 1955 in Juncos geboren. Die Familie zog kurz darauf in die USA, wo Resto mit dem Boxen anfing und ein erfolgreicher Amateur wurde. Er gewann u.a. die New Yorker Golden Gloves und nahm an der Olympia-Qualifikation teil. Dort verlor er allerdings und schaffte es nicht zu den Spielen. Schon damals war er ein Kämpfer, der eher über Willen und Härte kam, als über feine Technik. Nach seinem Wechsel zu den Profis entwickelte sich Resto zu einem soliden, aber schlagbaren Mann, der ein guter Gatekeeper für aufstrebende Talente war und durchaus eine Reihe von nennenswerten Siegen einfahren konnte. Nach einem sehr starken Jahr 1982 bekam er schließlich die Gelegenheit, im Fernsehen gegen Billy Collins Jr. antzutreten. Dieser wies einen Rekord von 14(11)-0-0 auf und ging als leichter Favorit in den Kampf.

Der Kampf war äußerst hart. Collins wehrte sich nach Kräften, musste aber bald erkennen, dass Restos Schläge unheimlich hart waren. Mit Dauer des Kampfes schwoll das Gesicht des Talentes immer stärker an. Die Knochen rund um die Augen brachen und machten ihm zu schaffen. Schmerzen und ein hohes Tempo verlangten Collins alles ab. Resto zeigte sich wiederum eher unbeeindruckt von den Treffern seines Gegners. Lediglich eine leichte Rötung zeugte von den Gegentreffern. Weder Ringarzt noch Ecke wagten es, Collins aus dem Kampf zu nehmen. So kam es, dass der aufstrebende Nachwuchsboxer die volle Distanz von 10 Runden ging und dabei eine Menge harter Schläge kassierte.

Im Anschluss an den Kampf spürte der Vater und Trainer von Collins, dass etwas nicht stimmte. Als er Resto die Hand schüttelte, bemerkte er, dass den Handschuhen ihre Füllung entnommen worden war. Die Faust war nur von der dünnen Lederschicht des manipulierten Handschuhs bedeckt. Billy Collins Jr. hatte 10 Runden lang Schläge eingesteckt, die kaum abgemildert wurden. Im Anschluss erkannte man Resto den vorerst ausgesprochenen Punktsieg ab und wandelte den Kampf zu einem No Contest um. Doch das dicke Ende stand noch aus.

Die Augenverletzungen von Billy Collins Jr. waren so schwerwiegend, dass er seine Boxkarriere beenden musste. Daraufhin stürzte der junge Mann komplett ab und raste 9 Monate später mit seinem Wagen in den Tod. Er war zum Zeitpunkt des Unfalls alkoholisiert, wobei viele auch von seinem Selbstmord ausgehen. Was Resto betrifft, so wurden er und sein Trainer Panama Lewis lebenslänglich gesperrt. Resto wanderte 3 Jahre ins Gefängnis. Die Anklage lautete: Körperverletzung, Verschwörung und Waffeneinsatz (Die Fäuste eines Boxers werden von der Justiz als eine solche betrachtet). In der Folge war Resto zeitweise obdachlos und wohnte in einem Gym, wo er als Hausmeister und Sparringspartner angestellt war. Obwohl er sich später entschuldigte und auch das Grab von Billy Collins Jr. besuchte, haftet ihm noch immer ein schlechter Ruf an. Warum, muss man wohl nicht weiter erwähnen.