Eurosport hatte am Freitagabend eine Kleinring-Veranstaltung aus Frankfurt im Programm. Die Zuschauer sahen einen Kampfabend, der relativ frei von sportlicher Klasse, dafür aber recht unterhaltsam war. Von schnellen KOs gegen schwache Aufbaugegner bis hin zu seltsamen Aufgaben war alles mit dabei.
Bintou Schmill, 9(8)-0-0 hatte mit der in zwei Kämpfen unbesiegten Mirjana Vujic, 2(1)-1(1)-0 eine recht ungestüme Gegnerin vor den Fäusten. Das Duell war, obwohl es um einen kleinen Titel ging, nur auf acht Runden angesetzt. Dieser seltsame Umstand kam aber nicht zum tragen, da Schmill kurzen Prozess machte. Zu Beginn konnte Vujic zwar einige Konter landen, wurde aber relativ schnell zermürbt und strich bereits in der 2. Runde die Segel. Mehrere Körpertreffer sorgten dafür, dass sich Vujic mit schmerzverzerrtem Gesicht abdrehte. Daraufhin blieb Ringrichter Steve Smoger nichts anderes übrig, als den Kampf abzubrechen.
Lettlands Cruisergewichts-Talent Mairies Briedis, 13(11)-0-0 konnte ebenfalls einen schnellen Sieg feiern. Mit seinem Gegner Csabar Faur, 6(2)-4(4)-2 hatte der Gewinner der ersten Biggers-Better Saison keinerlei Probleme. Eine Kombination aus linkem Haken und rechter Gerade schickte Faur schwer auf die Bretter. Steve Smoger wollte den Kampf zwar in für ihn typischer Manier noch einmal freigeben, wurde aber durch die freiwillige Aufgabe von Faur daran gehindert.
Cruisergewichtler Damir Beljo, 18(14)-0-0 hatte mit dem ehemaligen Supermittelgewichts-WM Alejandro Berio, 36(31)-7(7)-0 einen harten Prüfstein vor den Fäusten. Berrio konnte das wenig kreativ anstürmende Talent mit flinken Beinen und schnellen Händen ausboxen und sich in den ersten Runden Vorteile verschaffen. Beljo hatte einzelne Treffer drin, kam über weite Strecken aber nicht wirklich hinterher. Berrio spielte all seine Erfahrung aus und schien auf dem Weg zu einer Überraschung, als er nach der 4. Runde aus heiterem Himmel aufgab. Besonders pikant: Auch Beljo hatte wegen einer Augenverletzung kurz vor der Aufgabe gestanden.
Im Hauptkampf mühte sich Denis Liebau, 13(12)-0-0 mit dem in Ungarn lebenden Kubaner Ericles Torres, 6(3)-2(1)-1 ab. Rechtsausleger Torres hatte boxerisch zwar nichts zu melden und war im Verlauf des Kampfes mehrfach am Wackeln, wurde von Liebau aber in gemächlichem Tempo über die Runden geschleppt. Der Deutsche bestimmte den Kampf zwar nach Belieben, zog aber zu keinem Zeitpunkt das Tempo an. Stattdessen boxte er stur seinen Rhythmus durch und ließ Torres ausreichend Luft, damit dieser wiederholt knapp vom Haken springen konnte, wenn er in Bedrängnis war. Nach 10 Runden siegte Liebau einstimmig nach Punkten.
