Ein Teil des Rätsels von Saarbrücken ist gelöst. Nachdem das Videomaterial des WM Kampfes zwischen Raja Amasheh, 17(4)-1(0)-1 und Amira Hamazaoui, 11(5)-1(1)-0 lange vom Veranstalter einbehalten wurde, veröffentlichte man nun zumindest 6 von 10 Runden. Daraus kann man sich freilich kein endgültiges Urteil bilden, wohl aber eine Tendenz feststellen.
Noch einmal zur Vorgeschichte: Am 11. Oktober verlor Raja Amasheh ihre Titel (WBC Silver und WBF) überraschend gegen die Französen Amira Hamazaoui. Eine SD zu Gunsten der Gastboxerin ließ das Team um Amasheh erstaunt zurück. Die Lokalmatadorin hatte sich vorne gesehen und legte Protest ein. BDB und WBC zeigten sich kooperativ und änderten das Ergebnis in ein No Contest um, während die WBF beim Ergebnis verbleibt.
Fehlurteil oder eine schlechte Verliererin, die sich ihre Titel mit politischem Einfluss zurückholt? Bisher konnte man nur mutmaßen, da das Kampfvideo nie den Weg in die Öffentlichkeit fand. Nun sind zumindest Sechs der Zehn Runden auf Youtube verfügbar. (Ab ca. 11:30)
Was zu sehen ist, kann man nur als spannenden, aber halt auch engen Kampf beschreiben. Beide Boxerinnen haben ihre Momente, sodass auch keine drückend überlegen ist. Auf Basis des vorhandenen Materials scheint es nicht so, als wäre ein Sieg der Französin ein Fehlurteil. Allerdings ist da mit vier fehlenden Runden auch weiterhin viel Rätselraten drin. Daher wäre es sehr zu begrüßen, wenn auch der Rest des Kampfes den Weg an die Öffentlichkeit finden würde.
Mittlerweile ist die Französin ziemlich enttäuscht und hat keinerlei Interesse, noch einmal in Deutschland auf Amasheh zu treffen. In Anbetracht der Qualität des Kampfes ist dies bedauerlich. Vielleicht wäre es manchmal besser, wenn eine Niederlage (Ob nun zurecht oder nicht) einfach akzeptiert und ein Rückkampf ausgefochten wird. So wie die Dinge stehen, hat die Politik in diesem Fall mehr kaputt gemacht, als zurecht gerückt.



