Auch auf der Undercard der Supermittelgewichts-WM zwischen Arthur Abraham und Paul Smith bekamen die Zuschauer starke Kämpfe zu sehen. Obwohl einige Aufbau-Fights ein wenig einseitig ausfielen, waren Technik und Unterhaltung durchaus angemessen.
Der britische Mittelgewichts-Star Matthew Macklin hatte mit dem Spanier Jose Yebes mehr Probleme als erwartet. Macklin agierte im für ihn ungewohnten Rückwärtsgang und schien einige neue Sachen ausprobieren zu wollen. Dies nutzte der Spanier aus, um aggressiv nach vorne zu marschieren und so manche Rechte ins Ziel zu bringen. Letztendlich konnte Macklin dank seiner Erfahrung und dem besseren Schlussspurt mit einem Punktsieg entkommen. Mit Ruhm bekleckert hat sich der Brite mit diesem Kampf aber eher nicht.
Stefan Härtel bekam es in seinem zweiten Profikampf mit dem erfahrenen Leo Tchoula zu tun. Die beiden Supermittelgewichtler lieferten sich ein recht deutliches Duell, welches Härtel in allen Belangen dominierte. Die flinken Fäuste des Berliner Technikers erwiesen sich als zu viel für Tchoula, der eher durch Regelverstöße auffiel. In der 4. Runde wurde er schließlich wegen wiederholtem Sprechens disqualifiziert.
Im Halbschwergewicht hatte Enrico Kölling mit dem Ungar Daniel Regi einen erfahrenen Gegner vor den Fäusten. Dennoch wurde der Kampf recht einseitig. Kölling marschierte von Beginn an beherzt nach vorne und setzte klare Treffer. Vor allem der linke Haken des Deutschen erwies sich als effektiv. Mit der Zeit wurde Regi immer mehr zermürbt. Nachdem er bereits zwei Bodenbesuche erlitten hatte, musste der Ungar im 6. Durchgang erneut zu Boden. Wieder war es der linke Haken, der Wirkung hinterlassen hatte. An dieser Stelle brach der Ringrichter den Kampf ab.
Supermittelgewichler Arman Torosyan hatte einen unscheinbaren, aber dennoch gefährlichen Gegner vor den Fäusten. Der Franzose Fouad El Massoudi boxte Torosyan über weite Strecken mit flinken Fäusten und schneller Beinarbeit aus und setzte vor allem in der 2. Kampfhälfte immer wieder klare Treffer. Obwohl sich Torosyan redlich mühte und zuweilen Einzeltreffer im Ziel hatte, reichte es am Ende nicht, um die 0 im Kampfrekord zu halten. El Massoudi siegte verdient nach Punkten und sorgte für die erste Überraschung des Abends.
Noel Gevor hatte in Kiel einen international recht erfahrenen Mann vor den Fäusten. Tamas Lodi aus Ungarn war bereits WBO Europameister und stand mit Leuten wie Nuri Seferi und Illunga Makabu im Ring. Gegen Gevor hatte der Ungar aber von Beginn an keine Chance. Gevor attackierte immer wieder mit harten Leberhaken und schnellen Kombinationen, die auch relativ schnell Wirkung erzielten. Lodi schaltete nach einigen Runden in den Überlebens-Modus und musste insgesamt dreimal angezählt werden. Letztendlich wurde der Kampf in der 8. Runde abgebrochen, nachdem Gevor einen langen, unbeantworteten Schlaghagel entfesselt hatte.
Schwergewichtler Luke Watkins bekam in Kiel den tschechischen Journeyman Martin Horak vorgesetzt. Während Horak zumeist auf die Deckung schlug, übte sich Watkins in Minimalismus. Der Brite war kaum aktiv und ließ es auch an Distanzgefühl vermissen, sodass der Kampf überraschend eng verlief. Highlight des Kampfes war ein Kopfstoß in der 4. Runde, welcher einen Cut bei Horak hinterließ. Die Punktrichter bedachten Luke Watkins mit einem hauchdünnen SD Punktsieg, bei dessen Verkündung die Zuschauer größtenteils pfiffen.



