Der Halbweltergewichtler Aaron „The Hawk“ Pryor war zu Beginn der 80er Jahre einer der dominantesten Kämpfer seiner Gewichtsklasse. Schaut man heute in die Boxrec – „Ewige Besten“ Liste, liegt Pryor noch vor Boxern wie Ricky Hatton oder Kostya Tszyu. Pryor schlug jahrelang jeden Ko, der gegen ihn antrat. Er war von 1980 – 83 WBA-Weltmeister und wurde 1984 der erste IBF-Weltmeister. Diese Erfolge stiegen ihm scheinbar etwas zu Kopf und er verfiel immer mehr seinem Hang zu Partys und Kokainkonsum. Er bestritt 40 Kämpfe,von denen er 39 gewann, 35 davon vorzeitig. Nur einmal musste er sich selbst vorzeitig geschlagen geben.

Ab 1985 legte er eine Pause ein. Zu dieser Zeit kann man ein zwiespältiges Verhältnis haben. Die Einen mögen vielleicht meinen, dass er seinen Erfolg und sein Leben in vollen Zügen genoss. Andere mögen sagen, er hatte sein Leben nicht mehr im Griff und diese 2 Jahre waren ein regelrechter Absturz. Zeitzeugen sagen, Pryor war in dieser Zeit bis auf 110 Pfund abgemagert und hätte als Fliegengewichtler antreten können, wenn er denn überhaupt noch in der Lage gewesen wäre zu boxen.

Zu seinen besten Zeiten setzte er vehement nach, wenn ein Gegner angeklingelt war. Auch der bis dahin in 17 Kämpfen unbesiegte Dujuan Johnson wurde so seinem Opfer. In dem Clip sieht man ab 7:15 min deutlich, wie zielstrebig Pryor sein Vernichtungswerk fortsetzte, wenn er einen Boxer in Schwierigkeiten gebracht hatte:

https://www.youtube.com/watch?v=fx_CCzi7VXQ

Sein Comeback-Kampf im August 1987 gegen Bobby Joe Young geriet zu einem Desaster. Es sollte die erste und einzige Niederlage seiner Karriere werden. Pryor bekam einen Schlag an die Kopfseite und musste runter. Danach war er völlig orientierungslos. Die Szene kann man in dem Clip ab 26:30 min deutlich sehen:

Nach dieser Niederlage gewann Aaron Pryor noch 3 unbedeutende Kämpfe und beendete seine Karriere in Jahr 1990. Sein Platz im Boxsport fand kaum angemessene Beachtung. Ob es daran lag, dass seine Gewichtsklasse zur damaligen Zeit wenig populär war oder an seinem wenig vorbildhaften Drogenkonsum, sei mal dahingestellt. Dennoch bekam Aaron Pryor, der nach eigenen Angaben seit 1993 drogenfrei lebt, im Jahr 1996 einen würdigen Platz in der „Internatioal Boxing Hall of Fame“.