Update: Nur wenige Stunden nach den Berichten über das mögliche Aus des WM-Kampfes hat Oleksandr Usyk selbst Stellung bezogen. In einem auf Instagram veröffentlichten Video kündigte der Ukrainer an, alle seine Weltmeistertitel niederlegen zu wollen. Gleichzeitig erklärte der ungeschlagene Champion, dass er noch „einen letzten großen Tanz“ – also noch ein letztes großes Duell bestreiten werde. Gegen wen dieser Abschiedskampf stattfinden soll, ließ Usyk jedoch offen.
Der mit Spannung erwartete WBC-Weltmeisterschaftskampf zwischen Agit Kabayel und Oleksandr Usyk steht offenbar vor dem Aus. Nach Informationen der BILD gab es trotz der offiziellen Kampfanordnung des World Boxing Council (WBC) keine ernsthaften Verhandlungen zwischen dem Lager des ukrainischen Weltmeisters und dem deutschen Pflichtherausforderer.
Statt eines Duells mit Kabayel soll Usyk andere Optionen verfolgen. Im Raum stehen laut BILD sowohl ein Wechsel zum neuen US-Boxprojekt Zuffa Boxing unter UFC-Präsident Dana White als auch ein mögliches Karriereende.

WBC hatte Kabayel als Pflichtherausforderer bestimmt
Der WBC hatte Anfang Juni unmissverständlich klargestellt, dass Agit Kabayel als Interimsweltmeister der nächste Pflichtgegner von Oleksandr Usyk ist. WBC-Präsident Mauricio Sulaimán sprach damals von einer verpflichtenden Titelverteidigung.
Sollte Usyk den Kampf offiziell ablehnen oder seinen WBC-Titel niederlegen, müsste der Verband über die Zukunft des WM-Gürtels entscheiden.
Kabayels Manager: „Es sieht nicht danach aus“
Auch aus dem Lager des Bochumers wächst die Skepsis.
Kabayels Manager Lasse Krüger erklärte gegenüber der BILD:
„Es gab in den letzten Wochen und Monaten zwar immer mal wieder Kontakt mit Usyk und seinen Leuten. Aber es sieht nicht so aus, als hätte Usyk Lust auf einen harten Arbeitstag mit Agit im Ring.“
Ob die Gespräche endgültig gescheitert sind, wurde bislang von Usyks Team allerdings nicht offiziell bestätigt.
Zwei Szenarien für den WBC-Titel
Sollte Oleksandr Usyk tatsächlich auf eine Titelverteidigung verzichten, stehen dem WBC grundsätzlich zwei Möglichkeiten offen.
Zum einen könnte der Verband Interimsweltmeister Agit Kabayel direkt zum regulären WBC-Weltmeister ernennen. Der Bochumer wäre damit der erste deutsche Schwergewichts-Weltmeister seit Max Schmeling, der den Titel zwischen 1930 und 1932 hielt.
Alternativ könnte der WBC den Titel für vakant erklären und einen WM-Kampf zwischen Kabayel und einem weiteren Top-Herausforderer anordnen.
Welche Variante der Verband wählen würde, ist derzeit noch offen.
Historische Chance für den Bochumer
Für Agit Kabayel wäre beide Szenarien ein Meilenstein seiner Karriere. Der ungeschlagene Schwergewichtler hat sich mit Siegen über Arslanbek Makhmudov, Frank Sanchez, Zhilei Zhang und zuletzt Damian Knyba in die Weltspitze vorgearbeitet und gilt inzwischen als einer der gefährlichsten Boxer der Gewichtsklasse.
Dass ausgerechnet der größte Kampf seiner Laufbahn nun möglicherweise nicht im Ring entschieden wird, wäre allerdings ein ungewöhnlicher Verlauf – sowohl für Kabayel als auch für den gesamten Schwergewichtssport.
Usyk Kabayel – BOXWELT-Einordnung
Noch liegt keine offizielle Entscheidung des WBC vor. Ebenso hat das Team von Oleksandr Usyk einen Verzicht auf den Titel bislang nicht bestätigt.
Fest steht jedoch: Sollte der Kampf tatsächlich nicht zustande kommen, könnte Deutschland so nah an einem Schwergewichts-Weltmeister sein wie seit fast 94 Jahren nicht mehr. Die nächsten Tage dürften deshalb richtungsweisend für Agit Kabayel und die gesamte Königsklasse werden.
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