Die Boxwelt wartet auf den Vereinigungskampf zwischen Sergey Kovalev, 23(21)-0-1 und Adonis Stevenson, 23(20)-1(1)-0 im Halbschwergewicht. Doch im Moment stehen die Chancen nicht allzu gut. Es bahnt sich nämlich ein Problem mit den TV-Sendern an. Bisher waren beide Kämpfer vorwiegend auf HBO zu sehen. Nun lehnte der Sender aber Stevensons Kampf gegen den Polen Andrzej Fonfara, 25(15)-2(1)-0 am 24. Mai ab, weshalb der Kanadier wohl demnächst auf Showtime boxen wird.
Hintergrund könnte sein, dass Stevenson seit neuestem bei Manager Al Haymon unter Vertrag steht. Dieser ist dafür bekannt, viele Kämpfer von GoldenBoy zu managen und hat dementsprechend gute Beziehungen mit Showtime, dem Haussender des Promoters. Stevenson selbst hat allerdings nichts mit GoldenBoy zu tun. Dass bei HBO aber nicht viele Freunde von Haymon sitzen, dürfte nicht allzu überraschend sein.
Sportlich gesehen hat der Kampf mit Fonfara nämlich durchaus seinen Reiz. Der Pole, der u.a. Glen Johnson und Gabriel Campillo bezwang, gilt als guter Allrounder mit ordentlich Power in seiner rechten Schlaghand. Der 26 Jährige aus Warschau, der mittlerweile in den USA lebt, hat zudem Größen- und Reichweitenvorteile gegenüber dem Weltmeister. Wenn man sich vor Augen führt, dass HBO am kommenden Wochenende Kovalevs Titelverteidigung gegen den unbekannten Cedric Agnew sendet, so ist die Entscheidung gegen Stevenson nur schwer verständlich.
Eine Hoffnung haben die Fans aber noch: Stevenson vs. Kovalev sollte trotz Al Haymon nicht in den kalten Krieg zwischen GoldenBoy und TopRank hineingezogen werden können, da Kovalev bei Banner-Promotions und Stevenson bei Lou DiBella unter Vertrag steht. Dennoch dürfte es schwer werden, wenn beide Boxer auf konkurrierenden Sendern antreten.