
Artur Beterbiev hat genug vom Warten.
Mehr als ein Jahr nach seiner Niederlage im Rückkampf gegen Dmitry Bivol fordert der frühere unumstrittene Halbschwergewichts-Weltmeister öffentlich die lang erwartete Trilogie. In der DAZN-Sendung „Inside The Ring“ machte der 41-Jährige unmissverständlich klar, welchen Kampf er als Nächstes will.
„Ich will unbedingt den dritten Kampf“, erklärte Beterbiev. „Wenn jemand sehen möchte, ob ich noch gut genug bin, dann soll dieser Kampf stattfinden.“
Damit erhöht der Russe den Druck auf seinen langjährigen Rivalen – und auf eine Boxwelt, die inzwischen längst andere Optionen diskutiert.
Zwei Kämpfe, keine endgültige Antwort
Die Rivalität zwischen Beterbiev und Bivol gehört zu den prägendsten Geschichten des modernen Halbschwergewichts.
Im Oktober 2024 setzte sich Beterbiev nach zwölf umkämpften Runden knapp nach Mehrheitsentscheidung durch und wurde unumstrittener Weltmeister.
Nur vier Monate später revanchierte sich Bivol. Auch der Rückkampf endete mit einer genauso engen Mehrheitsentscheidung – diesmal zugunsten des technisch brillanten Russen.
Gerade die knappen Wertungen sorgen bis heute für Diskussionen. Viele Fans und Experten sehen die Rivalität deshalb als unvollendet.
Beterbiev selbst geht sogar noch weiter.
„Ich glaube, ich habe den zweiten Kampf klarer gewonnen als den ersten“, sagte er bei DAZN.
Eine Aussage, die zeigt, wie sehr ihn die Niederlage noch beschäftigt.
Warum Beterbiev Bivol vor Benavidez will
Sportlich gäbe es durchaus andere Optionen.
Vor allem David Benavidez gilt als naheliegender Gegner. Der US-Amerikaner hat sich inzwischen als einer der gefährlichsten Boxer der höheren Gewichtsklassen etabliert und hält aktuell den WBC-Titel im Halbschwergewicht.
Doch für Beterbiev steht etwas anderes im Mittelpunkt.
Zum einen sieht er die Rivalität mit Bivol als sportlich nicht abgeschlossen an. Zum anderen befinden sich die meisten bedeutenden Titel weiterhin im Besitz seines Landsmannes.
„Es ist sehr wichtig für mich, meine Gürtel zurückzuholen“, erklärte Beterbiev bereits in früheren Interviews.
Ein Sieg gegen Benavidez würde zwar neue Möglichkeiten eröffnen. Die sportliche und historische Bedeutung einer Trilogie gegen Bivol wäre jedoch deutlich größer.
Bivol hält sich bislang bedeckt
Das größte Problem aus Sicht von Beterbiev ist derzeit nicht die Gegnerfrage, sondern die fehlende Zusage.
Während Beterbiev seit seiner Niederlage auf eine Einigung drängt, gibt es von Bivols Seite bislang keine konkrete Festlegung auf einen dritten Kampf.
Bivols Trainer- und Managementteam hatten in den vergangenen Monaten verschiedene Optionen geprüft. Neben möglichen Pflichtverteidigungen wurde immer wieder auch ein Mega-Duell gegen David Benavidez diskutiert.
Promoter Eddie Hearn bezeichnete Bivol gegen Benavidez bereits als „großen Kampf“, machte gleichzeitig aber deutlich, dass auch die Trilogie mit Beterbiev weiterhin eine realistische Möglichkeit bleibt.
Je länger sich die Entscheidung jedoch hinauszögert, desto größer wird der Zeitdruck für Beterbiev.
Die Uhr tickt für den Ex-Champion
Mit 41 Jahren befindet sich Beterbiev zwangsläufig in der Schlussphase seiner Karriere.
Noch immer gilt er als einer der gefährlichsten Puncher des Sports. Gleichzeitig weiß jeder im Halbschwergewicht, dass Zeit ein Faktor geworden ist.
Genau deshalb wirkt seine öffentliche Forderung nach der Trilogie wie mehr als nur ein gewöhnlicher Wunschkampf.
Es ist der Versuch, das letzte große Kapitel seiner Karriere selbst zu bestimmen.
Benavidez bleibt der entscheidende Faktor
Während Beterbiev auf Bivol wartet, macht David Benavidez weiter Druck.
Der ungeschlagene Amerikaner hat sich durch seine Erfolge in mehreren Gewichtsklassen zu einer der wichtigsten Figuren des aktuellen Boxsports entwickelt. Für viele Fans wäre ein Duell gegen Bivol inzwischen genauso attraktiv wie die Trilogie.
Damit steht das Halbschwergewicht vor einer Richtungsentscheidung.
Kommt es zum dritten Duell zwischen Beterbiev und Bivol? Oder erhält Benavidez endlich die Chance auf den großen Vereinigungskampf?
Beterbiev vs Bivol 3 – BOXWELT-Einordnung
Aus sportlicher Sicht spricht vieles für die Trilogie.
Zwei enge Kämpfe, zwei unterschiedliche Sieger und eine weiterhin offene Diskussionen über die Punkturteile liefern die perfekte Grundlage für einen entscheidenden dritten Kampf.
Gleichzeitig wächst mit jedem Monat die Gefahr, dass die Zeit gegen Beterbiev arbeitet.
Der ehemalige Weltmeister hat seine Position nun öffentlich gemacht.
Die Frage ist also nicht mehr, welchen Kampf Artur Beterbiev will. Die Frage ist, ob auch Dmitry Bivol eine Entscheidung in diesem noch offenen Vergleich will.



