Beim Insel Cup 2015 bekamen die Hamburger Boxfans in Finkenwerder 18 spannende Kämpfe geboten. Der TuS Finkenwerder hatte südlich der Elbe eine interessante Veranstaltung mit vielen Nachwuchs-Kämpfen auf die Beine gestellt. Vom technisch feinen Punktsieg über Ringschlachten bis hin zur Doppel-Disqualifikation bekamen die Fans einiges zu sehen.
Elite, 69 Kilo
Im ersten Kampf trafen Ibrahim Olaki (Lüneburg) und Younnes El Katib (Isigym) aufeinander. Es entwickelte sich ein recht enges Gefecht, zu dessen Beginn Olaki leichte Vorteile hatte. Der Lüneberger nutzte seine überlegene Reichweite gut aus und setzte mehr klare Treffer, als der Berliner Rechtsausleger. In der 2. Runde startete El Katib sehr aggressiv und drängte in den Infight, wo er den Körper von Olaki bearbeitete. Dieser hatte zunächst weniger vom Kampf, konnte seinen ausgepowerten Gegner aber gegen Rundenende wieder unter Kontrolle bekommen. Ein enger Durchgang, der Lust auf die Schlussrunde machte. Beide Boxer holten noch einmal alles aus sich heraus, wobei sich keiner allzu klar absetzen konnte. Olaki schien aber ein wenig mehr Distanzgefühl an den Tag zu legen und seine knappe Führung auszubauen. Am Ende siegte Ibrahim Olaki nach Punkten.
Kadetten, 37 Kilo
Nun bekam es Kubilay Köse (Finkenwerder) mit Fersad Nabizateh (Traktor Schwerin) zu tun. Köse war zu Beginn aktiver und übte viel Druck aus. Nabizateh klammerte viel, sodass der Kampf viel Gewühle um Infight beinhaltete. Auch in der 2. Runde war der Kampf nicht besonders flüssig. Köse war darum bemüht, den Infight zu initiieren, endete aber häufig in den langen Armen seines Gegners. Offensiv kam von Nabizateh nicht allzu viel. Im 3. Durchgang konnte der Schweriner schließlich eine Reihe von Kontern landen. Köse übte noch immer Druck aus, war aber nicht mehr so effektiv, wie zu Beginn. Am Ende werteten die Punktrichter ein gerechtes Unentschieden.
Junioren, 56 Kilo
Anschließend boxten Maxim Köln (Panther Peine) und Mika Doerwalt (Lüneburg) gegeneinander. Köln erwischte den besseren Start und trieb Doerwalt mit langen Geraden und Kombinationen vor sich her. Der Lüneburger stellte eine solide Doppeldeckung unter Beweis, ging aber zu selten zum Angriff über, um die Runde zu gewinnen. Im 2. Durchgang fuhr Köln damit fort, seinen Gegner unter Druck zu setzen. Doerwalt machte erneut die Deckung zu und wartete ab, ehe seine Ecke genug gesehen hatte und überraschend schnell das Handtuch warf. So kam es, dass Maxim Köln einen TKO Sieg in der 2. Runde für sich verbuchen konnte.
Kadetten, 44 Kilo
Danach waren Kanun Eskici (Finkenwerder) und Ilgar Guliev (Panther Peine) an der Reihe. Eskici startete druckvoll und konnte auf diese Weise die klareren Treffer landen. Guliev versuchte sich an einigen Kontern, hatte aber bei den meisten Schlagwechseln eine Hand weniger im Ziel. Im 2. Durchgang war der Gast aus Peine effektiver und konnte den anstürmenden Eskici mehrfach abfangen. So kam es, dass vor der 3. und letzten Runde noch alles offen war. Beide Kämpfer mobilisierten noch einmal alle Reserven und kamen auf ihre Weise zum Erfolg. Letztendlich sicherte sich Eskici einen hauchdünnen Punktsieg.
Elite, 60 Kilo
Anschließend kollidierten Dennis Gergert (Peine Panther) und Nenand Stancic (TH Eilbek). Gergert war darum bemüht, mit langen Geraden zu arbeiten, hatte aber Mühe, seinen blitzschnellen Gegner unter Kontrolle zu halten. Stancic praktizierte schnelles rein und raus, landete klare Treffer mit seinen Haken und erkämpft sich auf diese Weise eine Führung. Zu Beginn der 2. Runde fand Gergert ein wenig besser rein, ehe Stancic in der letzten Minute aufdrehte und eine Reihe von harten Treffern unterbrachte. Im 3. und letzten Durchgang holten beide Boxer noch einmal alles aus sich heraus. Stancic hatte nach wie vor die härteren Treffer, war zuweilen aber ein wenig verhalten, sodass Gergert immer wieder in den Kampf zurück fand. Letztendlich entschieden sich die Punktrichter für Nenand Stancic.
Schüler, 38 Kilo
Jetzt kam die Stunde von Bilal Aciksari (Finkenwerder) und Alex Ventel (Traktor Schwerin). Aciksari begann stark. Der Lokalmatador boxte seinen Gegner immer wieder mit dem Jab an und baute seine Angriffe klug auf. Mehrfach fand die Rechte ins Ziel, sodass die erste Runde klar nach Finkenweder ging. Auch im 2. Durchgang blien Aciksari überlegen. Ventel war stets im Rückwärtsgang unterwegs und hatte kaum Gelegenheit, eigene Angriffe zu unternehmen. Aciksari traf zwar nicht mit allem, hatte aber konstant seinen Jab im Ziel. In der 3. Runde blieb dieses Muster erhalten. Aciksari übte effektiven Druck aus, trieb seinen Gegner mit der Führungshand durch den Ring und sicherte sich am Ende einen verdienten Punktsieg.
Kadetten, 65 Kilo
Richard Mathei (Traktor Schwerin) bekam es anschließend mit Riad Saad (Isigym) zu tun. Saad konnte zu Beginn eine Reihe schöner Kombinationen ins Ziel bringen und bewegte sich immer wieder so zur Seite raus, dass Mathei kein Distanzgefühl bekam und wenig Anteile am Kampf hatte. Auch im 2. Durchgang war Saad der bessere Kämpfer. Mathei fand einfach keinen Rhythmus und übte sich in Passivität, während der Berliner fleißig Kombinationen brachte und gute Beinarbeit unter Beweis stellte. Die Schlussrunde verlief ebenfalls nach diesem Muster. Matheis Ecke forderte zwar mehr Aktivität, musste aber feststellen, dass der Boxer diesem Wunsch nicht nachkam. Am Ende siegte Riad Saad verdient nach Punkten.
Kadetten, 52 Kilo
Anschließend boxte Volkan Kahveci (Finkenwerder) gegen Alban Arifi (BSV 19). Es entwickelte sich ein recht enges Gefecht, in dem Arifi vor allem mit dem linken Haken effektiv war, der meist als Konter kam. Kahveci hatte allerdings Einzeltreffer im Ziel, welche ihn im Kampf hielten. Im 2. Durchgang fand Kahveci besser in den Kampf und konnte mehrfach seine rechte Gerade ins Ziel bringen. Hinzu kam, dass Arifi einen Punktabzug wegen Haltens kassierte. In der Pause kam es beim BSV 19 Kämpfer zu leichtem Unwohlsein, weshalb der Kampf abgebrochen wurde.
Elite, 69 Kilo
Nun kam es zum Duell zwischen Ahmed Al Saadi (Telekom Lübeck) und Daniel Ahlers (Boizenburg). Al Saadi startete aggressiv und konnte Ahlers mehrfach klar treffen. Der Boizenburger war zwar beherzt, hatte aber deutliche Reichweiten Nachteile, welche er nicht ausgleichen konnte. In der 2. Runde konnte Al Saadi nachsetzen und zermürbte seinen Gegner immer mehr mit Körper- und Kopfhaken. Schließlich wackelte Ahlers und wurde angezählt. Obwohl sich der beherzte Boizenburger noch einmal zum Kampf stellte, kam kurz darauf das Ende. Al Saadi landete eine Reihe schwerer Treffer, welche seinen Gegner zum Abdrehen brachten und den Ringrichter dazu veranlassten, den Kampf abzubrechen. Eine starke Leistung des Lübeckers.
Kadetten, 64 Kilo
Jetzt waren Mohamed El Zein (Lüneburg) und Rafael Ghazargan (BSV 19) an der Reihe. Es entwickelte sich ein recht enges Gefecht, bei dem beide Boxer mit offenem Visier agierten. Eine Reihe von wilden Schlagabtäuschen war die Folge, in deren Verlauf sich aber keiner der beiden klar absetzen konnte. Auch der 2. Durchgang verlief unterhaltsam. El Zein konnte nun allmählich Vorteile für sich verbuchen. Mehrfach stellte er Ghazargan in den Ecken und feuerte wild drauflos. Dabei fand auch durchaus Treffer ins Ziel, wenngleich vieles auf die Deckung oder in die Luft ging. In der 3. und letzten Runde holten beide Boxer noch einmal alles aus sich heraus. Es war ein enger Durchgang, in dem sich keiner klar absetzen konnte. Die Präzision fehlte teilweise auf beiden Seiten. Am Ende siegte Mohamed El Zein nach Punkten.
Jugend, 69 Kilo
Rami Hasanein (TH Eilbek) kollidierte anschließend mit Schamel Aghaev (Isigym). Hasanein agierte zu Beginn recht aggressiv und konnte vor allem mit seinen Körperhaken zum Zug kommen. Aghaev verhielt sich recht defensiv, ließ seinem Gegner damit aber Raum zur Entfaltung. In der 2. Runde blieb Hasanein dominant. Aghaev war sichtlich frustriert und wurde infolge dessen ein wenig unsauber. So kam es, dass der Berliner einen Punktabzug wegen Haltens bekam und Hasanein seinen Vorsprung vergrößern konnte. In der 3. Runde nahm der Eilbeker ein wenig Tempo raus und boxte recht unspektakulär seinen Stiefel runter. Von Aghaev kam eh nichts, das allzu bedrohlich war. So kam es, dass Rami Hasanein einen klaren Punktsieg einfuhr.
Kadetten, 60 Kilo
Im letzten Kampf vor der Pause trafen Gu Roufan (Traktor Schwerin) und Ahmed M. Hassan (Agon) aufeinander. Es entwickelte sich ein recht enger Wettstreit, in dem sich zu Beginn keiner klar absetzen konnte, wenngleich die langen Geraden von Hassan einen Hauch effektiver schienen. In der 2. Runde wurden die Vorteile deutlicher. Hassan landete mehrere harte Treffer die Roufan aber wegsteckte. Der Hamburger nutzte seine überlegene Reichweite nun konsequent aus und konnte seine Führung ausbauen. Auch im 3. und letzten Durchgang konnte Hassan die besseren Treffer landen. Roufan zeigte sich zwar beherzt, fand aber kein Mittel, um an den langen Armen seines Gegners vorbei zu kommen. Am Ende siegte Ahmed M. Hassan verdient nach Punkten.
Elite, über 91 Kilo
Roger Adlon (Isigym) boxte anschließend gegen Ole Schelluch (Fredenbeck). Der Kampf verlief äußerst unsauber. Adlon ging häufig mit dem Kopf rein, was immer wieder Klammer-Aktionen zur Folge hatte. Beide Kämpfer agierten recht roh, was den Ringrichter relativ schnell erzürnte. Zudem kam es immer wieder zu Unterbrechungen, weil Schelluchs Kopfschutz verrutschte. Irgendwann hatte der Offizielle genug und disqualifizierte beide Boxer. So kam es, dass der Kampf zum No Contest erklärt wurde.
Kadetten, 52 Kilo
Anschließend trafen Tavis Laabs (Finkenwerder) und Deni Arnold (Wacker 04) aufeinander. Arnold erwischte den besseren Start, indem er den anstürmenden Laabs wiederholt mit der Führungshand abfing. In der 2. Runde fand Laabs ein wenig besser rein, hatte aber immer noch Probleme mit den Kontern seines Gegners. Der Lokalmatador agierte ein wenig zu offen und geriet durch die klaren Gegentreffer imme rmehr in Rückstand. Allerdings zeigte er Kämpferherz. Im 3. Durchgang holte Laabs noch einmal alles aus sich heraus. Seine Schlussoffensive hielt durchaus einige Treffer bereit. Arnold hielt sich aber mit seinen Kontern im Kampf und konnte eine allzu dramatische Aufholjagd verhindern. Am Ende siegte Deni Arnold verdient nach Punkten.
Schüler, 38 Kilo
John Bielenberg (Telekom Lübeck) traf anschließend auf Antony Lauenburger (Langen). Bielenberg erwischte den besseren Start. Der Lübecker kam immer wieder mit seiner linken Schlaghand durch und brachte Lauenburger rasch in Bedrängnis. Auch in der 2. Runde konnte sich Bielenberg Vorteile verschaffen. Lauenburger konnte sich nicht auf das schnelle rein- und raus des Lübeckers einstellen und musste wiederholt schwere Treffer zum Kopf einstecken. In der 3. und letzten Runde blieb dieses Muster erhalten. Bielenberg übte Druck aus, landete klare Treffer und unterhielt das Publikum mit Showeinlagen. Dabei hatte er stets die richtige Distanz und gab seinem Gegner kaum Gelegenheiten für Konter. Am Ende siegte John Bielenberg klar nach Punkten.
Kadetten, 48 Kilo
Danach boxte David Gkevorgian (Agon) gegen Keanu Balke (Langen). Balke übte viel Druck aus und bearbeitete den Körper von Gkevorgian. Dieser landete einige Konter, musste aber hart arbeiten, um sich im Kampf zu halten. Auch in der 2. Runde blieb Balke ein unangenehmer Gegner, der ein extrem hohes Tempo ging. Gkevorgian landete zwar nach wie vor Konter, geriet aber zunehmend in Probleme. Balke landete eine Menge Treffer zum Körper und hielt das Tempo gnadenlos hoch. Im 3. Durchgang wurde der Kampf schließlich zu einer wahren Schlacht. Zunächst feuerte Balke einen wilden Schlaghagel ab, in dessen Verlauf er mehrere rechte Schlaghände ins Ziel brachte. Dabei powerte er sich aber zunehmend aus, sodass der Agon-Kämpfer kurz darauf eine Reihe von krachenden Aufwärtshaken anbringen konnte. Am Ende entschieden sich die Punktrichter ein wenig glücklich für David Gkevorgian.
Jugend, 75 Kilo
Im letzten Kampf des Tages bekam es Emre Ünlü (Wilhelmsburg) mit Kamber Arifi (BSV 19) zu tun. Arifi hatte sofort die richtige Distanz und konnte Ünlü mehrfach mit seiner rechten Schlaghand erwischen. Ünlü zeigte Kämpferherz, musste die Runde aber klar abgeben. Im 2. Durchgang blieb Arifi der bestimmende Boxer und nutzte die Deckungslücken seines Gegners immer wieder für klare Treffer aus. Ünlü geriet mehrfach aus der Balance, nahm die Treffer aber ohne allzu große Wirkung. Im 3. und letzten Durchgang konnte Arifi weiterhin die Oberhand behalten. Obwohl Ünlü von seinen zahlreichen Fans nach vorne gepeitscht wurde, fand er keine boxerischen Mittel, um den Kampf noch einmal zu drehen. Am Ende siegte Kamber Arifi nach Punkten.
