Bei der 1. Veranstaltung der Deutschen Meisterschaften 2014 fanden neun spannende Kämpfe im Halbwelter, Welter und Halbschwergewicht statt. Der BC Straubing hatte sich sichtlich Mühe mit der Organisation gegeben, sodass nur noch die Boxer überzeugen mussten. Besonders dramatisch war der spannende Kampf zwischen Serge Michel und Kevin Künzel, der durch einen Niederschlag beinahe noch gedreht worden wäre.
Halbweltergewicht (Bis 64 Kilo)
Im ersten Kampf trafen Kastriot Sopa (Baden Württemberg) und Mourd Möllenbeck (Nordrhein Westfalen) aufeinander. Sopa baute konstant Druck auf, den er ab Mitte der 1. Runde erhöhte. Mehrere Treffer zum Körper sowie mit dem linken Haken waren die Folge. Möllenbeck arbeitete aber schön mit dem Jab, bewegte sich viel und hatte auch ab und an seine rechte Gerade drin, sodass der Kampf offen blieb. Im 2. Durchgang kam Sopa rasch mit einem linken Haken durch, welcher Möllenbeck defensiver werden ließ. Jetzt konnte der Baden Württemberger besser arbeiten und marschierte seinen Gegner Stück für Stück nieder. Möllenbeck vergaß teilweise seinen Jab und ließ seinen Kontrahenten auf diese Weise recht leicht in den Mann stürmen. Auch in der 3. und letzten Runde war Sopa der offensivere Boxer. Möllenbeck bewegte sich gut, war aber zu passiv. So kam es, dass Sopa die Runde über seine höhere Schlagfrequenz gewann und sich einen Punktsieg holte.
Halbweltergewicht (Bis 64 Kilo)
Anschließend kam es zum Duell zwischen Johann Schneider (Hessen) und Thulasi Tharumalingam (Niedersachsen). Schneider startete aggressiv und überrumpelte Tharumalingam damit ein wenig. Nach einigen Treffern fand der Niedersachse aber besser rein und konnte gegen Ende der Runde einige harte Konter ins Ziel bringen. In der 2. Runde hatte sich Tharumalingam auf seinen Gegner eingestellt und setzte konstant gute Konter. Hinzu kamen noch seine Auslagenwechsel, welche ihn für Schneider schwer durchschaubar machten. Der Hesse suchte aber seine Chance und hatte durchaus Einzeltreffer im Ziel. Im 3. Durchgang warf Schneider noch einmal alles nach vorne. Tharumalingam hatte aber den nötigen Überblick und kam mit seinem linken Uppercut zum Erfolg, der Schneider mehrfach abfing. Nach Ende des Kampfes wurde der Niedersachse dementsprechend zum Punktsieger erklärt.
Halbweltergewicht (Bis 64 Kilo)
Danach boxte Shahan Aybey (Nordrhein Westfalen) gegen Ilja Fiebig (Thüringen). Es entwickelte sich ein zu Beginn recht enges Gefecht. Mit zunehmender Dauer fand Rechtsausleger Aybey ein wenig besser rein und fing den beherzten Fiebig mehrfach mit seiner harten Schlaghand ab. Im 2. Durchgang startete Aybey so stark, wie er in der vorhergehenden Runde aufgehört hatte. Später nahm er sich allerdings eine Pause, sodass Fiebig über die Aktivität und gelegentliche Körpertreffer wieder rein fand. Entsprechend schwer war die Aufgabe der Punktrichter. In der 3. Runde fand Aybey seine Linie wieder und konnte mehrere Treffer landen. Fiebigs Ecke forderte in dieser Phase mehr Aktivität. Der Thüringer konnte diese Anweisungen aber nur bedingt umsetzen und verlor am Ende nach Punkten.
Halbweltergewicht (Bis 64 Kilo)
Malke Buyukkaya (Nordrhein Westfalen) bekam es anschließend mit Kustrim Mahmuti (Baden Württemberg) zu tun. Es entstand ein schöner Schlagabtausch, in dessen Verlauf sich Rechtsausleger Mahmuti eine Deckungslücke erlaubte. Buyukayas linker Haken schlug ein und schickte den Baden Württemberger auf die Bretter. Nach dem Anzählen fand Mahmuti allerdings ein wenig besser rein und hielt gut mit. Buyukaya bestimmte das Tempo, war aber nicht immer der Präzisere. Dies änderte sich in der 2. Runde. Buyukaya hatte nun ein gutes Distanzgefühl und konnte Mahmuti, der beherzt mitschlug, mehrfach harte Geraden und Haken verpassen. Ab und an variierte der Nordrhein Westfale auch zum Körper und zog auf diese Weise die Deckung seines Kontrahenten nach unten. Im 3. Durchgang musste Mahmuti aufholen und marschierte entsprechend aktiv nach vorne. Damit bot er Buyukkaya allerdings Lücken, welche dieser zum Kontern ausnutzte. Selbst aus den Seilen heraus fand er immer wieder Möglichkeiten, den linken Haken sowie die rechte Gerade unterzubringen. Letztendlich siegte Malke Buyukkaya nach Punkten.
Weltergewicht (Bis 69 Kilo)
Nun kam es zum Gefecht zwischen Slawa Kerber (Niedersachsen) und Vjaceslaw Spomer (Baden Württemberg). Rechtsausleger Kerber bestimmte den Kampf zu Beginn aus der Distanz. Der Niedersachse etablierte seinen Jab, variierte zum Körper und hielt das Tempo relativ niedrig. Spomer war sichtlich bemüht, hatte aber nur selten Erfolg. Sein bester Treffer war ein linker Haken, als er Kerber gegen Ende der Runde in der Ecke stellen konnte. In der 2. Runde intensivierte Spomer den Druck ein wenig und schaffte es, Kerber mehrfach an den Seilen zu stellen. Klare Treffer wusste dieser aber häufig zu vermeiden. So kam es, dass der Kampf zwar enger, Kerber unter dem Strich aber effektiver blieb. Im Schlussdurchgang hatte Spomer seine beste Runde. Kerber beschränkte sich über weite Strecken darauf, seinen Vorsprung zu verwalten und ließ mehr zu, als in den vorherigen Runden. Dennoch fiel sein Punktsieg am Ende klar aus.
Weltergewicht (Bis 69 Kilo)
Marcel Orsinger (Baden Württemberg) traf anschließend auf Farid Yousuf (Nordrhein Westfalen). Yousuf versuchte sofort, in den Infight zu kommen. Orsinger behielt aber den Überblick und hielt seinen Kontrahenten meist auf Distanz. Bei einer Aktion musste Yousuf runter, was vom Ringrichter als Niederschlag gewertet wurde. Anschließend brachte der NRW Kämpfe einige Körperhaken unter, hatte aber durch das Anzählen einen Rückstand. Im 2. Durchgang fand Yousuf besser rein. Orsinger hatte im Infight eher wenig Waffen, vermochte es aber nicht, diese Distanz konsequent zu vermeiden. Yousuf kam meist nur zum Körper durch, holte durch seine höhere Aktivität aber wieder auf. Im Verlauf der 3. Runde holten beide Kämpfer noch einmal alles aus sich heraus. Orsinger hatte zwischendurch harte Konter drin, wurde aber auch häufig an den Seilen gestellt und dort mit Körper- und Aufwärtshaken-Serien bearbeitet. Am Ende zahlten sich die klareren Treffer aber aus, als Marcel Oisinger zum Punktsieger erklärt wurde.
Weltergewicht, (Bis 69 Kilo)
Danach bekam es Philip Nsingi (Brandenburg) mit Sebastian Knigge (Sachsen Anhalt) zu tun. Es entwickelte sich ein recht enges Duell, zu dessen Beginn beide Boxer recht abwartend waren. Knigge schien mit seinen Körpertreffern einen kleinen Hauch mehr Präzision an den Tag zu legen. Klar absetzen konnte er sich aber nicht. Auch in der 2. Runde hatte Nsingi Probleme damit, die richtige Distanz zu finden. Der Brandenburger suchte zwar beständig den Vorwärtsgang, fand aber nur selten das richtige Timing. So kam es, dass Knigge mit sparsamen Treffern zu Kopf und Körper einen recht soliden Vorsprung aufbauen konnte. In der 3. Runde fand Nsingi ein wenig besser rein und konnte Knigge mehrfach mit seiner Rechten erwischen. Die Konter von Knigge fanden nicht mehr ganz so häufig ins Ziel, sodass Nsingi den Kampf mit seinem Schlussspurt noch zu drehen vermochte. Der Brandenburger siegte knapp nach Punkten.
Halbschwergewicht (Bis 81 Kilo)
Im Top-Kampf der ersten Veranstaltung traf Serge Michel (Bayern) auf Kevin Künzel (Sachsen Anhalt). Michel hielt seinen Kontrahenten zunächst mit Distanzboxen in Schach. Künzel, der seine Stärken vor allem im Infight hat, brachte seinen linken Haken nur selten ins Ziel und musste erst noch die richtige Distanz finden. Auch im 2. Durchgang erwies sich der bayrische Lokalmatador als überlegener Techniker. Obwohl Künzel beherzt nach seiner Chance suchte, fand er nur selten ein Mittel, um die Distanz zu seinem souverän boxenden Gegner zu überbrücken. Während der 3. Runde kam Künzel wie aus dem Nichts auf. Zwei Leberhaken zogen die Deckung von Michel nach unten, ehe eine Rechte zum Kopf traf. Michel taumelte einige Schritte zurück und wurde angezählt. Doch es war zu wenig, um den Kampf noch herum zu reißen. Serge Michel siegte nach Punkten und warf den ersten bekannten Namen aus dem Turnier.
Halbschwergewicht (Bis 81 Kilo)
Als letztes waren Artur Reis (Niedersachsen) und Patrick Esther (Thüringen) an der Reihe. Reis bereitete seine Attacken zunächst gut mit dem Jab vor und arbeitete viel zum Körper. Esther blieb erst einmal vorsichtig und hielt die Deckung geschlossen. Dennoch konnte er es nicht vermeiden, nach einer Schlagserie von Reis angezählt zu werden. Während des 2. Durchgangs fuhr Reis damit fort, den Kampf zu bestimmen. Nach einem Leberhaken zeigte Esther sichtlich Wirkung und wich zurück. Daraufhin stellte Reis seinen Kontrahenten am Seil und setzte nach, bis ein weiteres Anzählen folgte. Anschließend fand Esther ein wenig besser rein, schaffte aber nichts dramatisches mehr, um die Runde zu drehen. In der 3. Runde holte Esther noch einmal alles aus sich raus und konnte den Durchgang mit einigen Körperserien enger gestalten. Reis nahm seinerseits ein wenig Tempo raus und verteidigte seinen Vorsprung, ohne allzu hohes Risiko einzugehen. Am Ende siegte Artur Reis wenig überraschend nach Punkten.