Bei der 4. Veranstaltung der Deutschen Meisterschaft im Frauenboxen 2014 bekamen die Damen prominenten Besuch. Sven Ottke war extra angereist, um sein Patenkind Nina Meinke anzufeuern. Mit Erfolg – Meinke qualifizierte sich mit einer starken Leistung für das Halbfinale. Doch auch die anderen Kämpfe boten besten Sport auf hohem Niveau.
Elite, 48 Kilo
Im ersten Kampf der Veranstaltung trafen Annemarie Stark (Schleswig Holstein) und Diana Loichinger (Bayern) aufeinander. Es entwickelte sich ein enges Gefecht, welches in erster Linie von hart geführtem Infight bestimmt wurde. Beide Boxerinnen hatten in den ersten beiden Runden ihre Momente, wobei Stark vielleicht ein wenig zwingendere Aktionen zustande brachte. Loichinger kam hinten raus allerdings gut auf, als Stark zunehmend verkrampfte und sich in Klammereien flüchtete. Ab der 3. Runde konnte die Lokalmatadorin reichlich Boden gut machen und sicherte sich die beiden Schlussrunden. Am Ende siegte Diana Loichinger verdient nach Punkten.
Elite, 48 Kilo
Danach kam es zum Duell zwischen Felicitas Vogt (Baden Württemberg) und Ricarda Göhlert (Sachsen Anhalt). Vogt bestimmte das Duell von Beginn an und konnte mit ihrer hervorragenden Technik Akzente setzen. Auch in der 2. Runde konnte sich Vogt Vorteile verschaffen. In der Defensive wandte sich schöne Meidbewegungen an und pendelte Göhlerts beherzte Gegenangriffe häufig aus. Dennoch blieb die Boxerin aus Sachsen Anhalt stets beherzt und suchte ihre Chance. Doch Vogt blieb konzentriert und sicherte sich auch die beiden Schlussrunden, indem sie mit ihrem Jab arbeitete und stets auf ihrer taktischen Linie beharrte. Letztendlich siegte Felicitas Vogt verdient nach Punkten.
Elite, 60 Kilo
Nina Meinke (Berlin) bekam es anschließend mit Katrin Hühn (Hessen) zu tun. Rechtsauslegerin Meinke konnte sofort ihren Jab etablieren und erzielte bereits in der 1. Runde leichte Wirkung bei Hühn. Diese konnte sich schnell wieder fangen, wurde in der Folge aber über weite Strecken ausgeboxt. Als die 3. Runde begann, hatte Meinke bereits eine solide Führung aufgebaut. Eine weitere Serie harter Treffer setzte Hühn schließlich derart zu, dass sie vom Ringrichter angezählt wurde. Doch die Hessin zeigte sich beherzt und überstand nicht nur die Runde, sondern auch den Kampf an sich. An Nina Meinkes verdientem Punktsieg konnte aber alle Tapferkeit von Hühn nichts mehr ändern.
Elite, 60 Kilo
Jetzt kam die Stunde von Dilar Kisikyol (Nordrhein Westfalen) und Tiffany Coussens (Bayern). Während Coussens zunächst den Körper ihrer Gegnerin ins Visier nahm, konterte Kisikyol mit trockenen Haken zum Kopf. Bereits in der 2. Runde ließ Coussens ein wenig nach, da sie sich offenbar an der Deckung ihrer Gegnerin müde geschlagen hatte. Kisikyol nutzte diese Chance und bedachte die zunehmend nachlassende Deckung Coussens mit harten Kopftreffern. Auch im 3. Durchgang blieb Kisikyol die bessere. Coussens gab zwar alles und konnte ihrerseits harte Einzeltreffer ins Ziel bringen, fand aber kein Mittel gegen die Rechte ihrer Gegnerin. Erst in der 4. und letzten Runde, als Kisikyol ihrerseits ein wenig nachließ, warf Coussens noch einmal alles nach vorne und holte ein bisschen auf. Am Ende reichte dies hauchdünn, als Tiffany Coussens einen Punktsieg holte.
Elite, 60 Kilo
Anschließend maßen sich Tasheena Bugar (Baden Württemberg) und Güzin Atac (Niedersachsen). Bugar konnte ihre Favoritenrolle durchaus erfüllen und landete von Beginn an die besseren Treffer. Volles Risiko ging sie dabei aber nicht, sodass Atac ausreichend Raum hatte, um verschiedene Gegenmittel anzutesten. Das allerdings ohne Erfolg. Auch in den Runden 2 und 3 kam Bugar klarer durch. Wiederholt stellte sie ihre Kontrahentin in den Ecken und feuerte Kombinationen ab, ehe sie wieder auf Distanz ging und ihren nächsten Angriff aufbaute. In der 4. und letzten Runde baute Bugar dann doch noch ein wenig mehr Druck auf und konnte Atac mehrfach hart erwischen. Doch die Niedersächsin bewies Kämpferherz und schaffte es über die Runden. Am Ende siegte Tasheena Bugar verdient nach Punkten.
Elite, 60 Kilo
Danach kollidierten Yvonne Stephan (Baden Württemberg) und Ewa Gawenda (Nordrhein Westfalen). Stephan erwischte den besseren Start und konnte mit flinken Kombinationen punkten. Die eher druckvoll boxende Gawenda brauchte ein wenig, um ihren Rhythmus zu finden, kam aber ab der 2. Runde besser rein. Beide Boxerinnen hatten nun ihre Momente, wobei Gawenda mit Dauer des Kampfes immer mehr eine erfolgreiche Zermürbungs-Taktik an wandte und Stephan mit mit schweren Körpertreffern und Dauerdruck arg zusetzte. In der 4. und letzten Runde warfen beide Kämpferinnen noch einmal alles nach vorne und zeigten dem Publikum, was variables Frauenboxen ist. Letztendlich entschied Ewa Gawenda den Kampf knapp für sich.
Elite, 64 Kilo
Stephanie Tubach (Nordrhein Westfalen) traf anschließend auf Sissy Belter (Sachsen). Tubach begann stark und konnte ihre in der Rechtsauslage boxende Gegnerin mehrfach hart treffen. Belter war zwar bemüht, wirkte in ihrer Deckungsarbeit aber relativ überfordert. Kurz vor Ende der Runde wurde Belter schließlich angezählt, schaffte es aber mit viel Kämpferherz in die Pause. Auch in der 2. Runde dominierte Tubach den Kampf. Belter war zwar tapfer, bewegte sich aber meist nur von Ecke zu Ecke, wo sie von einem Schlaghagel erwartet wurde. Auf diese Weise konnte Tubach ihren Vorsprung ausbauen. Während des 3. Durchgangs kam Belter erneut in Bedrängnis und fing sich einen Körpertreffer ein, welcher ihr sichtlich Schmerzen bereitete und zum Wurf des Handtuchs führte.
Elite, 64 Kilo
Als letztes maßen sich Irina Schönberger (Baden Württemberg) und Olga Brzezinska (Baden Württemberg). Der Kampf wurde ein wenig unsauber geführt. Schönberger konnte sich zunächst Vorteile verschaffen und setzte, sofern sie die richtige Distanz hatte, eine solide Führungshand ein. Brzezinska überzeugte durch Siegeswillen und Härte, schaffte es aber nicht immer, boxerisch mitzuhalten. Auch in den kommenden Runden war Schönberger in der Lage, mehrere harte Treffer ins Ziel zu bringen. Wirklich klar absetzen konnte sie sich nicht, war aber stets die Führende. So kam es, dass Irina Schönberger nach 4 Runden einen soliden Arbeitssieg mit nach Hause nahm.