Text: Wolfgang Wycisk
Erste Veranstaltung: Favoritinnen setzen sich durch
Der Nachwuchs drängt nach. Das ist das Fazit von Hansi Birka, dem Sportkoordinator des LV NRW nach dem 1. Viertelfinale. Sein Landesverband stellte fünf Teilnehmerinnen, von denen drei gewannen und zwei verloren.
JN48kg: Maxi Klotzer, SN, 3:0 PS über Isabell Hoffmann, SA
Maxi zeigte die ersten drei Runden gutes Kombinationsboxen mit fließenden Übergängen zwischen Angriff und Verteidigung. Hoffmanns Einzelschläge wehrte sie problemlos ab. Ihr einstimmiger Punktsieg war zu keiner Zeit gefährdet.
JN54kg: Stella Treiber, NS, TKO Rd.3 über Alina Radischewski, SL
Stella Treiber griff mit dem ersten Gongschlag agressiv an. Noch stand sie etwas zu weit weg von der Saarländerin Alina Radischewski, die sich aus der Verteidigung nicht befreien konnte. Stella korrigierte den Abstand und erhöhte den Druck. Referee Jessika Huke sah, dass Alina in Schwierigkeiten war und brach den Kampf ab. Im Halbfinale wird Stella gegen Johana Kollen aus Niedersachsen boxen.
Jn54kg: Stefanie von Berge, NRW, 2:1 PS über Domenika Wolkowicz, NS
Eine Runde brauchte Stefanie von Berge, um sich auf den Domenika Wolkowicz‘ schnellen Kampfstil einzustellen. Danach boxte sich Stefanie mit starken Jabs in Führung, die sie bis zum Schlussgong nicht mehr abgab.
Jn54kg: Michelle Hatari, NRW, 3:0 PS über Marie Bachmeier, BY
Michelle Hatari ist die zweite NRW-Starterin im Junioren-Fliegengewicht. Sie ging die langen Wege auf der Außenbahn und rollte sich über ihre Führhand durch Marie Bachmeiers Defensive. Besonders effektiv waren Hataris Dreier-Kombinationen mit der sie die Angriffe der amtierenden deutschen Meisterin stoppte. Um den Einzug ins Finale wird Michelle gegen Stefanie van Berge antreten.
Ju54Kg: Katja Springer SW, 3:0 PS über Estella Werner, SA
Katja Springer begeisterte durch ihr hervorragendes Auge, mit der sie jede Schlaghand ins Ziel brachte. Gekonnt übernahm sie Estella Werners Angriffe und stellte die junge Boxerin aus Sachsen Anhalt vor unlösbare Aufgaben.
Jug54kg: Hamrin Gafar, NRW, 3:0 PS über Lina Kirchgessner, NS
Hamrin Gafar zog ihre Angriffe aus der Ringmitte auf und begeisterte dabei durch hervorragende Fußarbeit. Variabel boxte sie zum Kopf und Körper und gewann alle vier Runden. Im Halbfinale wird sie nun gegen Katja Springer antreten.
Ju60kg: Lisa Diehl, SW, TKO Rd.3 über Kristina Damer, SL
Krisitina Damer konnte den aggressiven Attacken von Lisa Diehl vom LV SW nichts entgegensetzen. Diehl war in ihrer Verteidigung gefangen und konnte keine Angriffe starten. Diehl erhöhte den Druck und knackte damit ihre Gegnerin. Das sah auch der Ringrichter und brach das Gefecht in der dritten Runde ab.
W48Kg: Annemarie Stark, SH, 3.0 PS über Elvira Müller
Wie von den Boxexperten vorhergesagt qualifizierte sich Stark für die nächste Runde. Doch dafür musste sie sich gegen Elvira Müller aus NRW anstrengen. Müller hielt den Kampf durch ihre bissigen Attacken offen. Ab der Halbzeit kontrollierte Stark den Kampf und setzte sich mit den besseren Treffern durch.
W48Kg: Diana Loichinger, BY, 3:0 PS über Felicitas Vogt, BW
Loichinger, die amtierende Deutsche Meisterin, gab richtig Gas in ihrem Kampf gegen Felicitas Vogt. Die beiden kennen sich bestens, denn sie standen sich letztes Jahr im Finale der DM gegenüber. Auch diesmal überzeugte Loichinger die Jury und siegte einstimmig.
W48Kg: Marie Maciejewskie, MV, 3:0 PS über Lucia Langer
Die erste Runde verschlief Marie Maciejewskie gegen Lucia Langer aus NRW. Trainer Andy Schiemann weckte Marie, denn mit dem zweiten Gongschlag griff sie wie ausgewechselt an und drückte Langer an die Seile. Breitbeinig versperrte sie Langers Wege und bereitete ihre gefährliche Schlaghand mit dem Jab vor. Doch Langer hielt dagegen und zerstörte mit ihrer Führhand häufig Maciejewskies Kampf-Rhythmus. Unter Strich reicht es für Langer nicht, um die deutsche U21-Meisterin und WM-Teilnehmerin zu besiegen. Im Halbfinale trifft Maciejewskie auf Diana Loichinger.
Zweite Veranstaltung: Meinke und Bonorden gewinnen planmäßig
Auch im 2. Viertelfinale blieben die Überraschungen aus. Alle favorisierten Boxerinnen besiegten ihre Gegnerinnen.
Jn50Kg: Charlotte Hoffmann BY, 3:0 PS über Lia Lanwer, SA
Charlotte Hoffmann ließ gegen Lia Lanwer nichts anbrennen. Intelligent teilte sie sich die Räume ein und setzte sich mit krassen Attacken in Szene. Siegentscheidend war Hoffmanns bissiger Jab, mit dem sie viele Punkte setzte.
Jn52kg: Emily Mauermann, SN, 3:0 PS über Kaja Schulze, BY
Kaja Schulze versuchte durch häufiges Wechseln der Auslage Emily Mauermann zu verunsichern. Der Plan ging nicht auf. Im Gegenteil, die deutsche Vizemeisterin musste sich auf Mauermann immer wieder neu einstellen, während diese mit schnörkellosen Links-Rechts-Kombinationen das Geschehen diktierte. Mauermanns Sieg war einstimmig.
Jn52kg: Josianne Böhme, BB. TKO Rd. 2 über Chantall Lohmeier, SA
Böhme und Lohmeier versuchten ihre Angriffe aus der Mitte aufzubauen, wobei sich Böhme hierbei sehr geschickt anstellte. Zweimal brachte sie mit ihrem Cross Lohmeier zum Wackeln, Grund genug für den Ringrichter den Fight abzubrechen.
Jn60Kg: Sabine Fiedler, SN, TKO Rd. 3 über Emmi Daniels, MV
Sabine Fiedler überließ der größeren Daniels die Initiative und konterte die Sächsin mit knackigen Geraden aus. Das zeigte Wirkung, denn in der dritten Runde zählte Ringrichterin Patricia Tauscher die junge Boxerin aus Mecklenburg-Vorpommern zweimal an, was gleichzeitig den Abbruch bedeutete. Die Wettkampfbestimmung ist hier eindeutig: Wird eine Juniorin zweimal in einer Runde angezählt, verliert sie durch TKO.
Jn60Kg: Lara Schmidt, NS 3:0 PS über Sina Anders, TH
Schmidt und Anders tauschten keine Nettigkeiten aus, sondern gingen sofort in die Halbdistanz. Beide vernachlässigten ihre Abwehrarbeit, um die Fäuste effizienter für die Angriffe zu positionieren. Es war kein schönes Boxen, es war verbissenes Boxen, in der Lara Schmidt die Oberhand behielt.
W60kg: Janina Bonorden, NS, 3:0 PS über Corinna Lorenz, SL
Lorenz wollte es gegen Bonorden wissen. Kontrolliert drückte sie die Niedersächsin auf die Außenbahn und ließ sie die langen Wege gehen. Aber hier gefiel es Bonorden gut, denn aus der Seitwärtsbewegung stach sie mit ihrem ansatzlosen Cross ins Ziel. Lorenz boxte am Limit, konnte aber die Powerfrau aus Niedersachsen nicht aufhalten.
W60kg: Regina Slobodjanikow, BY, 3:0 PS über Andrea Freymuth, NS
Regina Slobodjanikow hatte ihre Gegnerin im Griff. Aus der Doppeldeckung haute sie gezielte Schläge zwischen die vielen Kombinationen, die Freymuth abfeuerte. Die Niedersächsin war zwar optisch besser, effizienter boxte Slobodjanikow.
W60kg: Nina Meinke, BE, 3:0 PS über Katrin Hühn, HE
Nina Meinke zeigte gegen die Hessin Hühn, dass mit ihr zu rechnen ist: Kampfkontrolle, Distanzgefühl und schnelle Tempowechsel zwischen dem ersten und zweiten Angriff. Bei Meinke stimmte einfach alles. Trotz heftiger Gegenwehr konnte Hühn gegen die Berlinerin nichts ausrichten.
W60kg: Naomi Mannes, HE, 3:0 PS über Steffi Schierle, TH
Im letzten Kampf der 2. Veranstaltung setzte sich Naomi Mannes gegen Steffi Schierle aus Thüringen durch. Alle vier Runden gewann die Hessin einstimmig. Nun muss sie gegen die schlagstarke Berlinerin Nina Meinke ran.
Dritte Veranstaltung: Alle Hessinnen gewinnen im letzten Viertelfinale
Mit den letzten sieben Paarungen in der dritten Veranstaltung endeten die Viertelfinale der 13. Frauen DM. Erfreulich war die Veranstaltung für den LV Hessen, denn alle Starterinnen gewannen ihre Kämpfe.
W54kg: Selin Korkmaz, NRW, 3:0 PS über Dragan Pozderovic, BY
Selin Korkmaz gönnte Dragan Pozderovic keine Pause. Sie boxte ihre Kontrahentin diagonal in die Ringecken und haute richtig drauf. Pozderovic zeigte sich viel zu selten, um den Kampf für sich zu entscheiden. Klare Sache für Korkmaz.
Noch ist nichts verloren für Pozderovic. Da die 54 Kg-Klasse ein Dreierfeld ist, bekommt sie erneut die Gelegenheit sich für das Finale zu qualifizieren. Dafür muss Pozderovic allerdings gegen Gamze Ömür aus Hessen gewinnen.
W57kg: Monika Schwarz, HE, 3:0 PS über Leyla Horn, HA
Horn und Schwarz bevorzugten den Nahkampf, verhakten sich dabei aber oft mit ihren Armen. Ab der dritten Runde boxte Schwarz auf der Siegerstraße. Die Rechtsauslegerin kam in die Distanz und schlug ihre Geraden zu Kopf und Körper der Hamburgerin.
W57kg: Sandra Peczkowski, NS, 3:0 PS über Razie Uktu, BW
Souverän holte sich Sandra Peczkowski gegen Razie Uktu aus Baden-Württemberg die erste Runde. Das Punktgericht gab ihr auch die zweite Runde. Jetzt musste Uktu kommen. Doch ihre Angriffe blieben in Peczkowskis Doppeldeckung hängen.
W57kg: Nomin Deutsch, BW, 3:0 PS über Anett Fischer, SN
Nomin Deutsch schickt sich an, ihren DM-Titel zu verteidigen, denn Annett Fischer konnte sie nicht bezwingen. Deutsch pendelte die verhaltenen Attacken der Sächsin aus und nahm viel Schwung mit in ihre Konter, die sie über die Führhand einleitete. Dabei zirkelte sie ihren Jab geschickt über die Außenbahn direkt an Fischers Kinn.
W57kg: Jovana Krstic, HE, 3:0 PS über Madeleine Morhardt, BW
Im Halbfinale ist die Gegnerin von Nomin Deutsch die für Hessen startende Jovana Krstic. In einem sehr unübersichtlichen und nicht immer sauberen Kampf bezwang Krstic die Baden Württembergerin Morhardt mit 3:0 Richterstimmen. Siegentscheidend war der größere Wille, den die Hessin unnachgiebig demonstrierte.
W69kg: Janine Hoffmann, HE 3:0 PS über Ekaterini Stamatoglu, BE
Auch Janine Hoffman steht im Semifinale. Sie setzte sich klar gegen die Berlinerin Stamatoglu durch. Die WM-Teilnehmerin aus Berlin tat viel zu wenig, um Hoffman zu gefährden. In der nächsten Runde wird die deutsche Vizemeisterin auf die gefährliche Joelle Seydou aus Hamburg treffen.
W75kg: Andrea Strohmeier, BY, 3:0 PS über Madina Ualikhanova, SN
In der ersten Runde studierte Strohmeier Madina Ualikhanova, dann hatte die Stabsunteroffizierin vom Bundeswehrstützpunkt Bruchsal genug gesehen und zog das Tempo an. Mehrfach brachte sie ihre Gegnerin in Bedrängnis, zweimal wurde die Sächsin nach harten Wirkungstreffern angezählt. Ualikhanova rettete sich über die Zeit und gratulierte als faire Verliererin Strohmeier als Erste zum Sieg.