Tyron Zeuge verteidigt WM-Titel

Tyron Zeuge vs Paul Smith

Tyron Zeuge vs Paul Smith


Mit einer Glanzleistung verteidigte der Berliner Tyron Zeuge gegen Paul Smith in Wetzlar seinen WBA-Weltmeistertitel. Die Jury hatte den Fighter des Sauerland Teams einstimmig vorn. (119:108 119:108 119:108) Dadurch bleibt Zeuge der letzte deutsche Weltmeister in einem der vier großen Weltverbände.
Zeuge dominierte gegen Smith das Ringgeschehen. Der 34-jährige Liverpooler zeigte sich überraschend wenig. Das war auch schwer, denn Zeuge agierte mit einer verblüffenden Stabilität. Nicht eine Runde wich er von seinem konsequenten, vor allem aggressiven Angriffsboxen ab.
Die Hektik, die er zuletzt gegen Ekpo zeigte, hatte er abgeschüttelt. Dass der deutsche Mittelgewichtler nicht zum Spaß-Boxen angetreten war, merkte Smith bereits in der zweiten Runde. Nach einem „Zeuge-Hammer“ öffnete sich ein Cut über seinem Auge. Im letzten Durchgang musste der Engländer sogar kurz runter.
Coach Brähmer war stolz. „Tyron hat heute genauso gekämpft, wie ich mir das vorstelle. Er hat von der ersten bis zur letzten Sekunde starkes Boxen abgeliefert.“
Denis Radovan stand kurz davor, sein Gefecht gegen Josip Duric vorzeitig zu beenden, denn er schüttelte den Kroaten mit vielen Schlaghänden und Aufwärtshaken mächtig durch. Aber Duric schaffte es, sich durch die sechs Runden zu beißen.
Jürgen Brähmer, der Radovan zum nächsten Weltmeister ausbilden will, wusste warum der KO ausblieb: „Immer wenn Denis mitgeschlagen hatte, dann wurde es brandgefährlich. Leider fehlten die Gelegenheiten, um den Sack zuzumachen. Trotzdem, tolle Leistung von Denis.“
Uli Wegner konnte sich nicht über mangelnde Arbeit beschweren. Er hatte fünf Athleten aus dem Berliner Sauerland Camp dabei, die sich, bis auf Burak Sahin, bestens präsentierten. Sahin erwischte es eiskalt. Anfangs lief für ihn alles nach Plan. Er walzte nach vorn und kontrollierte seinen Gegner Jone Volau. Volau beschränkte sich auf zaghafte Körperhaken, die leicht abzuwehren waren. In der dritten Runde kam die Finte. Statt des erwarteten Körperhakens zog der Boxer von den Fidschi Inseln einen Kopfhaken durch und schoss den Sauerland Schwergewichtler von den Beinen. Sahin fand nicht mehr in den Kampf zurück. Das sah auch der der Referee und brach ab.
Cruisergewichtler Emir Ahmatovic hatte in Wetzlar ein Heimspiel. Eigentlich sollte er gegen den Polen Lukasz Zygmunt antreten. Da der kurzfristig absagte, kletterte er gegen den Weißrussen Ihar Karavaeu in den Ring.
Ahamtovic machte bereits in der ersten Runde Schluss. Eine krachende Linke traf sein Ziel. „Sicherlich hätte ich gerne länger geboxt, aber das kann ich mir nun einmal nicht aussuchen“, so der Wetzlarer. Wann er seinen Trainer „Uli“ nennen darf, steht auch schon fest. „Vielleicht erlaubt mir das Herr Wegner, wenn ich Weltmeister bin – aber auch nur vielleicht.“
Der Frankfurter Leon Bunn und Albon Pervizaj aus Hamburg erledigten ihre Jobs ebenfalls vorzeitig. Während Bunn den Ungarn Laszlo Ivaniyi in der fünften Runde KO schlug, brach der Referee den Kampf zwischen Schergewicht Pervizaj und dem Serben Dusan Krstin im zweiten Durchgang nach zwei Minuten ab.
Stefan Härtel zeigte durch einen Arbeitssieg gegen Patrick Mendy aus Gambia, dass die Zusammenarbeit mit Kulttrainer Ulli Wegner gut funktioniert. Der sieht noch Entwicklungspotenzial bei seinem Neuzugang: „Stefan kann mehr und das muss er jetzt zeigen.“
In den weiteren Kämpfen bezwang Patrick Wojcicki aus Wolfsburg den Finnen Henri Kekäläinen nach Punkten und Paul Smith’s Bruder Stephen, den Ungarn Karoly Galolovich durch KO in Runde eins.

Text: Wolfgang Wycisk

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